Zwischen Meer und Sternen liegt der Raum für dein Leben

Wenn Lila eure Lieblingsfarbe ist, dann ist genau JETZT der richtige Zeitpunkt für einen Ausflug in die Heide. Ob Lüneburger Heide oder Südheide – von Anfang August bis Anfang September zeigt sich die norddeutsche Heidelandschaft traditionell in voller Blüte. Wer exakt den Höhepunkt der Heideblüte erwischen will, schaut vor der Abfahrt noch einmal ins Heideblütenbarometer.

Ein paar Tage in der Heide wirken Wunder beim Entspannen: Hier kann man den süßen Duft der kargen Pflanzen einatmen, die Augen mit Weitblick regenerieren und dem vielstimmigen Brummen der Bienen lauschen. Im vergangenen Jahr habe ich zum ersten Mal ganz klassisch die Lüneburger Heide besucht. Diesmal sollte es die Südheide sein. Welche Heidelandschaft mir besser gefallen hat, verrate ich am Ende des Artikels.

Einzigartige Heidelandschaft

Doch wie ist die Heide eigentlich entstanden? Schon in der Jungsteinzeit rodeten die ersten Heidebauern den norddeutschen Wald und betrieben Ackerbau. Ausgelaugte Flächen wurden dann wieder der Natur überlassen. Das war die Chance für das genügsame Heidekraut. Im Mittelalter dienten die großflächig von der Besenheide bewachsenen Flächen Schafbauern: Die Heidschnucken lieferten nicht nur Wolle, sondern auch wertvollen Dünger für die Felder. Und Imker nutzten die lila blühenden Pflanzen, um Honig zu produzieren.

Interessant: Wenn die Landstriche nicht noch heute durch die Heidschnucken bewirtschaftet würden, wären sie schon längst wieder von Bäumen überwuchert. Die Herden zerstören zudem durch ihre Wanderschaft Spinnweben und schützen so die Bienen. Mehr als 9.000 Tiere ziehen in 13 Herden rund um das Jahr durch die Lüneburger Heide.

Die Heide hat immer Saison

Die Heide ist aber auch jenseits der Blüte eine faszinierende Landschaft: Sandige Hügel und Gräser erinnern an das Meer, Beerensträucher und Moos an Wald, von dem es um die freiliegenden Heideflächen auch eine Menge gibt. Gemütliche Dörfer mit rotgeklinkerten Fachwerkhäusern und gepflegten Gärten wollen entdeckt werden. Und im Müllern Hof gibt es preisgekrönten Kuchen von der norddeutschen Konditorenmeisterin.

Das Bauerncafé in Müden an der Örtze ist einer der ganz großen Pluspunkte der Südheide. Außerdem habe ich hier größere zusammenhängende Heideflächen und mehr Wanderwege gefunden als in der Lüneburger Heide. Letztere ist bei Touristen allein wegen ihres Namens bekannter und beliebter. Mein Camper-Tipp für einen Heidebesuch: Fahrt nach Bad Bodenteich, spaziert einmal durch den Ort und startet dann zu einer einsamen Heidewanderung in den Nationalpark. Viel Vergnügen!